DIE LINKE. Kreisverband Hamm

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30. Juli 2017

DIE LINKE fordert nachhaltige Lösungen gegen Armut

„Dass sich der soziale Abstieg in Hamm in den vergangenen Jahren beschleunigt hat, sagen wir immer wieder. Nun hat das Zahlenmaterial, das der statistische Landesbetrieb IT NRW vorgelegt hat, unsere Aussage bestätigt“, erklärt Alisan Sengül, Sprecher der Partei DIE LINKE. in Hamm, und hofft, dass nun daran gearbeitet wird, nachhaltige Lösungen umzusetzen.

Bisher hätten die Verantwortlichen immer die Augen vor den Tatsachen verschlossen bzw. die Zahlen beschönigt und dabei von „Vermittlungserfolgen“ gesprochen. Von „Erfolg“ könne aber bei Weitem nicht die Rede sein. „Es ist dem Kommunalen Jobcenter Jahr für Jahr leider nicht gelungen, die Zahl der Hartz-IV-Berechtigten, der Bedarfsgemeinschaften und der Arbeitslosen nachhaltig zu senken. Vermittlungen in Zeitarbeit, Befristung und geringfügige Beschäftigung sind nur Augenwischerei und eben kein Erfolg“, so Sengül. 

Die aktuelle Situation habe unabsehbare Auswirkungen auf die Zukunft unserer Gesellschaft, denn mehr als jedes vierte Kind in Hamm werde mittlerweile in einer von Hartz-IV betroffenen Familie geboren. Das sei erschreckend, deprimierend und für die Kinder der Weg in die sichere Perspektivlosigkeit. Und sogar heute ließen sich die Einflüsse der Armut im Leben der Kinder deutlich erkennen. „Fast 700 Verdachtsfälle auf Kindeswohlgefährdung und mehr als 100 Inobhutnahmen von Kindern im Jahr 2016 sind eine erschreckende Bilanz für die Stadt Hamm – und ein direkter Indikator für die Zunahme der Armut in Hamm. Wirtschaftliche Armut in den Familien korrespondiert grundsätzlich mit Kindeswohlgefährdung“, erklärt Sengül und kritisiert, dass präventive Sozialarbeit nur noch in Fragmenten stattfinde.

Dabei wäre das Geld für präventive und damit nachhaltige Maßnahmen durchaus vorhanden, wenn die Koalition aus CDU und SPD bereit wäre, die Forderungen seiner Partei (Einstellung von zusätzlichen kommunalen Gewerbesteuerprüfern, Kommunale Niedriglohnabgabe) umzusetzen. „Ohne die grundsätzliche Bekämpfung der Armut wird sich an der Situation der Minderjährigen nichts ändern“, macht Sengül deutlich und fordert die Koalition aus CDU und SPD auf, endlich politisch gegenzusteuern anstatt im „weiter so“ zu verharren.