LINKE: Altersarmut nicht hinnehmbar!
Immer mehr Menschen über 65 Jahre müssen in Hamm arbeiten. Das geht aus einer Erhebung der Krankenkasse IKK classic auf Grundlage der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Rentenalter war ein Anstieg von über 40 Prozent zu verzeichnen in den letzten zwei Jahren. Die Zahl stieg von 371 im September 2015 auf 521 im September 2017. Darüber hinaus gehen 2041 Menschen dieser Personengruppe einer geringfügigen Beschäftigung nach.
Alisan Sengül, Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Hamm, erklärt: “Der dramatische Anstieg der arbeitenden Rentnerinnen und Rentner in den vergangenen zwei Jahren zeigt: Immer mehr Menschen müssen ihre Rente aufbessern. Die Mehrheit wird nicht aus Spaß arbeiten, sondern weil es sonst nicht zum Leben reicht. Die vorliegenden Zahlen zu berufstätigen Renterinnen und Rentner sind also Ausdruck der rasend schnell wachsenden Altersarmut. Das ist das Resultat der Arbeitsmarkt- und Rentenreformen der vergangenen Bundesregierungen unter CDU, SPD, FDP und Grünen. Dem setzen wir unser LINKES Rentenkonzept entgegen.” Sengül weiter: “Wer mit offenen Augen durch Hamm geht, kann das im Straßenbild erkennen: Rentner*innen, die Flaschen sammeln, Rentner*innen, die einen oder mehrere Minijobs oder geringfügige Beschäftigungen ausüben müssen. Dagegen brauchen wir endlich eine armutsfeste und den Lebensstandard sichernde Rente. Das geht durch die Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung und einem Ende des Privatisierungswahns von AfD bis SPD. Wir dürfen die Grenze zwischen Erwerbsarbeit und wohlverdientem Ruhestand nicht weiter auflösen. Wir LINKEN wollen kein neues gesellschaftliches Leitbild des arbeitenden Rentners oder der arbeitenden Rentnerin. Wir sind gegen die Maloche bis zum Tode. Was wir brauchen, sind flexible und sozial abgesicherte Vorruhestandsregelungen für diejenigen, die es nicht bis zur Regelaltersgrenze schaffen. Und wir brauchen eine armutsfeste und den Lebensstandard sichernde Rente, also ein deutlich höheres Rentenniveau und eine Solidarische Mindestrente, die ihren Namen verdient.”
