LINKE: Gute Ausbildung für alle gewährleisten!
Der WA berichtet am 9.4.2018 von der angespannten Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Hamm. Jedem Suchenden und jeder Suchender stehen in Hamm statistisch lediglich 0,7 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Damit liegt die Stadt unter dem Landesschnitt, der bei 1,0 Stellen pro Bewerber*in liegt.
Alisan Sengül, Sprecher der LINKEN im Rat, erklärt dazu: “Es ist bitter, dass in Hamm die Lage für junge Menschen, die eine Ausbildung suchen, derart angespannt ist. Statt warmer Worte muss endlich gehandelt werden, um gute Ausbildungsplätze für alle Jugendlichen tatsächlich zu schaffen. Für DIE LINKE ist dabei klar: Wer nicht ausbildet, soll zahlen! Die Lage in Hamm zeigt, wie wichtig es wäre, dass endlich eine Ausbildungsplatzumlage eingeführt wird und Betriebe in die Pflicht genommen werden, sich an der Ausbildung zu beteiligen.
Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann wäre gut beraten, seine Kontakte auf Landesebene dafür zu nutzen. Sowohl ein Gutachten des DGB als auch ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags bejahen die Zulässigkeit einer Landesausbildungsplatzumlage. Damit würden alle Betriebe eine Abgabe leisten, die dann den ausbildenden Betrieben zugute kommt und zusätzliche Ausbildungsplätze fördert.
Der Verweis der Agentur für Arbeit auf Ausbildungsplätze im Bereich der Lagerlogistik ist hingegen eine arbeitsmarktpolitische Bankrotterklärung. Welche Perspektive eröffnet man jungen Menschen damit? Schlimm genug, dass dieser Wirtschaftsbereich mit Niedrigstlöhnen und schlechten Arbeitsbedingungen in Hamm derart präsent ist. Das stellt die Stadt Hamm schon heute vor immense Probleme und diese werden durch einen solchen Verweis nochmal zementiert.
Hinzu kommt, dass die fachliche Qualität der Ausbildung im Bereich Lagerlogistik in einer Studie des DGB sogar zu den am schlechtesten bewerteten gehört. Hierunter fallen die Einhaltung des Ausbildungsplans, die Verrichtung von ausbildungsfremden Tätigkeiten, das Vorhandensein und die Verfügbarkeit der Ausbilder am Arbeitsplatz sowie die Zufriedenheit mit der Erklärung von Arbeitsvorgängen. So sieht kein erfolgreicher Start in die Arbeitswelt aus.
Stattdessen muss man ehrlich feststellen, dass die Versprechen von gestern nicht gehalten wurden und es ein Umdenken in der Arbeitsmarktpolitik braucht. Zur Erinnerung: Im „Ausbildungskonsens NRW“ wurde 1996 versprochen: „Jeder junge Mensch in NRW, der ausgebildet werden will, wird ausgebildet.“ Über 20 Jahre später ist das Versprechen immer noch nicht eingelöst. Es besteht weiterhin ein deutlicher Bewerber*innenüberhang.
Deswegen wird sich DIE LINKE zusammen mit Gewerkschaften auch weiterhin für eine solidarische Ausbildungsumlage stark machen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um genügend duale Ausbildungsplätze zu schaffen. Auch für Hamm.”
