Rechtsextreme ins Abseits stellen! LINKE fordert Aufklärung von der Hammer SpVg
Beim Oberligaspiel zwischen Hammer SpVg (HSV) und SV Lippstadt skandierten Rechtsextreme in der Fankurve der HSV Parolen, schwenkten Reichskriegsflaggen und zeigten verfassungsfeindliche Devotionalien. Diese waren mit dem Fanbus der HSV angereist. Dazu sagt Marion Josten, Mitglied des Rates der Stadt Hamm und des Sportausschusses für DIE LINKE:
„Es ist erschreckend zu sehen, dass die Verantwortlichen der Hammer SpVg den Rechtsextremisten in ihren Reihen keine klare Paroli bieten. Der Verein wiegelt weiter ab und lässt damit zu, dass seine Fankurve ein Betätigungsort für Neonazis ist. Die Vereinsführung muss sich dem Problem stellen und die Schnittpunkte zwischen Verein und extremer Rechte aufspüren und ins Abseits stellen. Während stadtbekannte Neonazis die Vorfälle von Sonntag im Internet bejubeln, gibt sich die Vereinsführung ahnungslos und wartet selbst lediglich mit einem Spielbericht auf, der die Vorfälle in der eigenen Fankurve außen vor lässt.“
Nach derzeitigem Erkenntnisstand waren die Rechtsextremisten bei einem eigens eingelegten Zwischenstopp des Fanbusses der HSV in Dolberg zugestiegen. Sechs Funktionärsträger des Vereins waren ebenfalls im Bus anwesend, da es im Vorfeld bereits „Mutmaßungen“ gegeben hatte, dass es zu den dann eingetretenen Vorfällen kommen könnte. Wie der Verein nun in der Presse behaupten kann, keine Erkenntnisse zu den Organisatoren der Busreise zu haben, erschließt sich der LINKEN Ratsfrau nicht: „Personelle Überschneidungen zwischen Verein und den ortsansässigen und überregional vernetzten Neonazis sind dringend zu befürchten. Hier muss der Verein schonungslose Aufklärung betreiben.“
Nach den Ausschreitungen von Rechtsextremen aus dem Bereich der Fankurve der HSV im Frühjahr des Jahres hatten Verantwortliche des Vereins bereits Aufarbeitung und Workshops zum Thema angekündigt. Josten: „Diese scheint ausgeblieben zu sein. Schon damals hat man die Recherchen der Hammer Antifa nicht zum Ausgangspunkt der Aufarbeitung nehmen wollen und stattdessen relativierend in der Presse reagiert.“
Josten erklärt abschließend: „Richtig ist, dass Rechtsextremismus ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Doch das entlässt Fußballvereine nicht aus ihrer Pflicht. Im Gegenteil: Wir müssen uns den menschenfeindlichen Machenschaften dieser Leute in jedem Winkel der Gesellschaft entgegen stellen. Auch in der Fankurve und erst recht auf der Funktionärsebene von Sportvereinen. Wegschauen hilft nicht – No Pasarán!“

