Stadtwerke-Überschüsse müssen Bürger*innen zugute kommen
„Knapp elf Millionen Euro Gewinn machten die Stadtwerke 2017. Diesen finanziellen Spielraum sollten sie nutzen, um die Bürger*innen zu entlasten und ihr Angebot kundenfreundlicher auszubauen. Vor allem sollten sie sich davor hüten, dieses Geld wie so oft in der Vergangenheit in hochriskante Investitionsabenteuer zu versenken“, erklärt Alisan Sengül, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Rat.
„Statt am Status quo festzuhalten, wären die Stadtwerke gut beraten, ihr Angebot auszubauen. So zeigen die gestiegenen Fahrgastzahlen eindeutig, dass hier großer Bedarf besteht. Der ÖPNV sollte belebt werden: die Taktzeiten müssen ausgeweitet und neue Linien eingeführt werden. Eine Ringbuslinie würde viel zur Mobilität der Bürger*innen beitragen. Auch die Fahrpreise müssen kundenfreundlicher gestaltet werden. Es ist nicht akzeptabel, dass wir hier bei uns in Hamm einen der teuersten ÖPNVs ganz Deutschlands haben“, kritisiert Sengül.
„Aufgrund der zunehmenden Armut in dieser Stadt und deutlich steigenden Energiepreisen gibt es immer mehr Haushalte, die von Stromsperren betroffen sind. Energiearmut ist ein ernst zu nehmendes Problem. Es kann nicht sein, dass Millionengewinne erwirtschaftet werden und zeitgleich sitzen Haushalte ohne Strom da. Gerade von den Stadtwerken muss man hier mehr Engagement erwarten“, so Sengül.
Dass die Stadtwerke weiterhin keinen Bedarf für ein drittes Freibad oder längere Öffnungszeiten in den beiden vorhandenen sehen, kann Sengül nicht nachvollziehen. „Statt schlechte Sommer und das veränderte Freizeitverhalten für den Rückgang der Besucherzahlen verantwortlich zu machen, sollten die Stadtwerke weitsichtiger planen und im Interesse der Bürger*innen dieser Stadt ihr Angebot erweitern. Jedes Jahr verzögert sich der Start der Freibadsaison, so dass die Tore der Freibäder geschlossen bleiben, obwohl die Sonne lacht. Dadurch werden die Bürger*innen genötigt, Freibäder oder naturnahe Bäder in der Umgebung aufzusuchen. Und am Ende jeder Saison jammern die Stadtwerke dann über niedrige Besucherzahlen und stellen den Betrieb der beiden verbliebenen Freibäder mit diesem hausgemachten Problem infrage“, drückt Sengül sein Unverständnis für die Geschäftspolitik der Stadtwerke aus. „Wir brauchen ein drittes Freibad. Und um die Freibäder und andere Freizeiteinrichtungen mit dem ÖPNV zu verzahnen, würde sich die Einführung von Kombitickets anbieten.”

