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Vortrag am Bosporus

„Es ist bedauerlich, dass der Oberbürgermeister keinerlei Konsequenzen aus den aktuellen politischen Vorgängen in der Türkei zieht. Es ist unverständlich, dass er wieder einmal einem Regime seine Aufwartung macht, das demokratische Grundrechte weitgehend außer Kraft setzt. Die Reise führt in einen Staat, in dem die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, in dem Verhaftungen an der Tagesordnung sind, ausländische Staatsbürger grundlos festgesetzt werden und eine unabhängige Presse nicht mehr existiert. Es ist eben keine „besondere Auszeichnung“ dort einen Vortrag zur Integration von Flüchtlingen zu halten, denn Nationalismus und Integration sind Begrifflichkeiten, die sich ausschließen – und zwar grundsätzlich. Die bei dem Symposium anwesenden ausländischen Gäste sind nichts weiter als Feigenblätter für ein autoritäres Regime“, erklärt Roland Koslowski, Ratsmitglied.

„Wer ernsthaft erwartet, Nationalisten zur Mäßigung oder gar zum Umdenken bewegen zu können, ist entweder naiv oder hat aus der Geschichte dieses Landes nichts gelernt. Der geplante Besuch in Afyon ist ein völlig falsches Signal an die dortige Bevölkerung und ein Schlag ins Gesicht der außerparlamentarischen Opposition – vertreten sind im Parlament ohnehin nur noch die AKP und Graue Wölfe“, so Koslowski weiter. „Es grenzt daher fast schon an Realsatire, wenn der Oberbürgermeister erklärt, sowohl in Istanbul als auch in Afyon für mehr Solidarität mit Geflüchteten werben zu wollen. Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der Partnerschaft mit der Stadt Afyon sind leider völlig fehl am Platze. Es wäre ein richtiges und vielleicht zielführendes Signal, die Städtepartnerschaft auszusetzen, bevor sie von Nationalisten endgültig zu Grabe getragen wird“, so Koslowski abschließend.

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