0097/14 - Veränderung der Statistik der Agentur für Arbeit Hamm
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
fast unbemerkt, und dies vielleicht nicht ganz unbeabsichtigt, hat die Bundesagentur für Arbeit ihre Beschäftigungsstatistik „modernisiert“. So sind neuerdings
Menschen in Behindertenwerkstätten oder ähnlichen Einrichtungen, Nebenerwerbslandwirte,
Personen, die ein freiwilliges soziales, ein freiwilliges ökologisches Jahr oder einen
Bundesfreiwilligendienst leisten sowie- Menschen in Jugendhilfeeinrichtungen
in die Statistik aufgenommen worden.
„Die größte Behörde Deutschlands hat an der wohl bekanntesten Statistik Deutschlands geschraubt, sie verschönert und gibt dies nun nahezu versteckt bei der monatlichen Arbeitsmarktstatistik preis“, so schreibt Spiegel online. Rund 400.000 Menschen, darunter mehr als 300.000 Werkstattbeschäftigte, sind so auf einmal in den Genuss gekommen, sich bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wiederzufinden.
Zum einen wird durch dieses Manöver die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten angehoben, zum anderen die Arbeitslosenquote statistisch gesenkt.
In diesem Zusammenhang stellen wir die nachstehenden Fragen und bitten um Beantwortung.
1.) Wie viele Menschen mit Behinderungen sind in der Stadt Hamm in den WFBM´s beschäftigt?
2.) Sind diese Beschäftigungen in den Werkstätten als Arbeitsverhältnisse anzusehen?
3.) Wie wirkt sich die Veränderung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit in der Stadt Hamm aus:
a. auf die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Stadt Hamm?
b. auf die Arbeitslosenzahlen absolut und als Quote?
Mit freundlichen Grüßen
FdR
Alisan Sengül Dagmar Herbert
Fraktionsvorsitzender Fraktionsgeschäftsführerin
