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Senioren sollen selbst entscheiden

Ratsfraktion Die Linke

Die Sorgen und Befürchtungen der Heimleitungen, der Beiräte und  der Bewohner sind ernst zu nehmen. Unter dem Deckmantel  Neuausrichtung der Pflegeversicherung  wird hier versucht, eine finanzielle Lenkungsfunktion vorzunehmen. Der Mensch bleibt dabei auf der Strecke. Dabei sollte allen Beteiligten – insbesondere aber der Politik und der Verwaltung - bekannt sein, dass bereits im Bereich der Behindertenhilfe der dogmatische Ansatz ambulant vor stationär gescheitert ist. Die vor Jahren erfolgte „Zwangsambulantisierung“ hat nicht dazu geführt, dass Kosten gesenkt werden konnten. Im Gegenteil: Während die Kosten des ambulant betreuten Wohnens explodiert sind, hat dies zu keiner Senkung der finanziellen Aufwendungen im Bereich des stationären Wohnens geführt, erläutert Roland Koslowski, Fraktionsgeschäftsführer im Rat der Stadt Hamm.

Ambulant oder stationär darf nicht zum politischen Dogma werden, sondern jeder Mensch muss auch perspektivisch entscheiden können, welche Form des Wohnens individuell angemessen ist. Eine Entscheidung darf niemals vom Kostenträger und/oder Gesetzgeber getroffen werden. Sowohl im stationären als im ambulanten Bereich müssen genügend Plätze vorhanden sein – entscheiden muss der Mensch und zwar nach seinen Bedürfnissen. Es geht bei dem Referentenentwurf allerdings nur vordergründig um die Benachteiligung der Seniorenheime, primär stellt er eine Entmündigung der betroffenen Menschen dar, so Koslowski abschließend.

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