Zum Hauptinhalt springen

Wie teuer ist Schlamm? Transparenz sieht anders aus.

Gunda Wienke

Eine Entschlammung sollte ein Routineprojekt sein. Ist es aber nicht. Ein paar Fakten:

300.000 € wurden von der BV Uentrop 2025 beschlossen. Das einzige Angebot für die Entschlammung lag bei 486.354,17 € brutto. Der Kubikmeterpreis, den die Firma Kurstjens 2024 am Kurpark berechnet hatte, kletterte innerhalb eines Jahres von 89 € auf horrende 233 €.

 

Ausgeschrieben wurde nach UVgO. Es gab neun Bieter, von denen nur ein einziger ein Angebot abgab. Obwohl der zulässige EU-Schwellenwert von 221.000 € (netto) weit überschritten wurde, verzichtete die Stadt auf ein EU-weites Verfahren, das mehr Konkurrenz und vorteilhaftere Preise ermöglicht hätte.

 

Konstruierte Dringlichkeit: Die Stadt wusste seit dem 26. August 2025 von der Kostenverdopplung. Statt die BV in einer Sondersitzung zu beteiligen, ließ man 59 Tage verstreichen, um dann per „Dringlichkeitsentscheidung“ am Gremium vorbei Fakten zu schaffen. In den Vergabeakten fehlt jeder schriftliche Prüfvermerk des Kämmerers, obwohl dieser bei solchen Mehrauszahlungen laut § 83 GO NRW zwingend vorgeschrieben ist.

 

Trotz der Zusage einer fachgerechten Entsorgung des belasteten Schlamms (was bereits 2024 per Gutachten festgestellt worden war) wurde dieser als „Giftschlamm“ über Wochen auf der angrenzenden Streuobstwiese im Landschaftsschutzgebiet gelagert. Die ufernahen Bereiche entlang der Streuobstwiese hätten ohne Weiteres mit Standard-Technik, wie beispielsweise einem städtischen Bagger mit passendem Schaufelaufsatz, geräumt werden können. Anders hat es die Firma Kurstjens auch nicht gemacht.

 

Zurück zum Kopf der Seite